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Ruinenbaumeister
MATIAS BECHTOLD
THOMAS BRUNS
LUKAS FEIREISS
FREDERIK FOERT
PETER FUNKEN
HOLGER LIPPMANN
ALEKOS HOFSTETTER
   
"Die Ruine ist Zeichen dessen, was sie einmal als intakter Bau war, doch wächst ihr eine Schönheit zu, ein Surplus von Bedeutung, die in der Semantik der Gewesenheit nicht aufgeht." Hartmut Böhme
 
Zerfallene Bauwerke oder dessen Überreste bezeichnen wir als Ruinen. Als im wahrsten Sinne des Wortes Gestürzte (lat. ruere). Kollabierte im Raum der Zeit. Gefallene im Werdegang der Geschichte. Die jeweiligen Ursachen für den Sturz, den Fall, den Verfall sind vielfältig. Wirtschaftliche Veränderungen, Kriege, Anschläge. Natur und Zeit. Der Lauf der Dinge. Mal leise und unbemerkt. Mal schmerzhaft und gewaltsam. Als historische Zeugnisse konkretisiert sich in der Ruine das bereits Geschehene und gewinnt diesem dabei zugleich eine neue Abstraktionsebene, einen metaphorischen Mehrwert ab. Und doch nimmt hier das Gewesene Gestalt an. Die Ruine wird zur sichtbare Reibungsfläche mit der Vergangenheit. Aber auch zur Projektionsfläche.
Die Ausstellung "Ruinenbaumeister" versammelt nun vor diesem Hintergrund neue Werke Berliner Künstler, die von von Zeichnung, Collage, Skulptur bis Fotografie und Film reichen und sich die Ruine zum Gegenstand ihrer Arbeit gemacht haben.
 
Mit dem Titel bezieht sich diese Ausstellung auf den 1969 von Herbert Rosendorfer (*1934) verfassten fantastischen Roman "Der Ruinenbaumeister" – und damit auf ein relatives Paradox, hat doch das Bauen üblicherweise etwas Neues und Ganzes im Sinne. Und doch gehört auch die Planung von ruiniert Neuem seit dem Barock ins Kalkül von Architektur und Kunst – mit besonderen Höhepunkten in Romantik oder Historismus, und selbst bis in die jüngere Gegenwart der Postmoderne. Bereits beim Louvre gab es Ideen, dieses Schloss der Künste als eine Ruine zu vollenden – mit dem Gedanken, Zeitlosigkeit, und somit das Überdauern von Geschichte ins Spiel zu bringen.
 
Sodann ist die Ruine auch reales Relikt natürlicher und kultureller Gewalttätigkeiten, denn Naturgewalten und Kriege forcieren ihre Entstehung. Dass nicht nur die Wüste, sondern auch die Ruine wächst, erkennt man in Tragödien, wie jener von Haiti. Waren die Ruinen der Kriege im 20. Jahrhundert zumeist vertikal aufragende Mauerreste, die in gemauerten Städten durch Infantrie und Bombardement entstanden, so wird die Ruiniertheit der Gegenwart durch das Zusammenstürzen von Betonkonstruktionen und ihren von Eisen durchzogenen Platten bestimmt: horizontale Haufen sind das Ergebnis der Katastrophen, so etwa beim World Trade Center in New York, dem Kölner Stadtarchiv oder zerbombter Viertel in Bagdad.
 
Ausstellung vom 19. Februar bis 3. April 2010
     
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