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17.12.2009
 
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Walsdorf
Lothar W. - Requiem für einen Pilzesucher oder Erinnerung an einen deutschen Dichter
 
Für niemand mehr existieren, leben als hätte man nie gelebt, das Ereignis verbannen, auf keinen Zeitpunkt und auf keinen Ort mehr Wert legen, sich für immer und ewig aus jeder Abhängigkeit lösen! Frei sein, das heißt, sich lossagen von der Sucht nach Schicksal, heißt, darauf verzichten, zu den auserwählten oder zu den Verworfenen zu gehören; frei sein heißt: sich darin üben, nichts zu sein. (E.M.Cioran)
 
Lothar Walsdorf, 1951 in Zittau geboren, von Franz Fühmann entdeckt und protegiert, gehörte zu den erstaunlichen literarischen Talenten der DDR der 1980ziger und 1990ziger Jahre. Trotzdem arbeitete Walsdorf sowohl abseits der renommierten Autorenzirkel als auch abseits der dem Underground zugezählten Dichter- und Intellektuellenkreise. Walsdorf war Zeit seines Lebens Außenseiter, auch weil seine Vita so ganz und gar nicht der verordneten, richtungsweisenden und positiven Entwicklung der DDR-Gesellschaft repräsentativ entsprechen mochte. Gerade seine Distanz zu und sein Leben am Rande der DDR-Gesellschaft machten, ja machen ihn nach wie vor zum Geheimtip und zum hellsichtigen Visionär des gesellschaftlichen Klimas seiner Zeit. Lothar Walsdorfs Leben ist ein jüngstes Beispiele der tragisch, gescheiterten (?), deutschen Dichterexistenzen. Die Umstände seines Verschwindens, seines Todes im Jahre 2004, bleiben weiterhin im Dunkeln.
 
LOTHAR W. - Requiem für einen Pilzesucher
 

Ich verlange in allem Leben, Möglichkeiten des Daseins, und dann ist´s gut; wir haben dann nicht zu fragen, ob es schön, ob es hässlich ist, das Gefühl, das Was geschaffen sei, Leben habe, stehe über diesen Beiden, und sei das einzige Kriterium in Kunstsachen. Übrigens begegne es uns nur selten, in Shakespeare finden wir es und in den Volksliedern tönt es einem ganz, in Göthe manchmal entgegen. Alles Übrige kann man ins Feuer werfen. Die Leute können auch keinen Hundsstall zeichnen.

Dieses ganze Verinnen der Zeit und des Lebens und diese wechselnden Körper, die wir empfinden, diese unterschiedlichen Gedanken, die uns dabei bewegen, sind vielleicht nur Täuschungen, die dem Verinnen der Zeit und den leeren Trugbildern in unseren Träumen gleichen. Man glaubt, die Räume, die Gestalten, die Bewegungen zu sehen, man fühlt, wie die Zeit verrinnt, man misst sie, und schließlich handelt man ebenso wie im wachen Zustand. (...) Welches Trugbild ist denn der Mensch? Welches noch nie dagewesenes Etwas, welches Monstrum, welches Chaos, welcher Hort von Widersprüchen, welches Wunderding? Ein Richter über alle Dinge, ein schwacher Erdenwurm, ein Hüter der Wahrheit, eine Kloake der Ungewissheit und des Irrtums, Ruhm und Abschaum des Weltalls.

 
Regie: Arno Kleinofen
DarstellerInnen: Carlotta Mohr, Daniela Zähl, Doro Schwarte, Werner Wilkening
Musik: Marlys Im
Dramaturgie: Hagen Seidel, Daniela Zähl, Renate Hummel und Arno Kleinofen
Materialien aus: Lothar Walsdorf: Schienenersatzverkehr / Monologe
  Gundula Weimann: Eine Kindheit hatte ich eigentlich nicht
  Wolfgang Rindfleisch: Zwei Linien in meiner Hand
Dank an: Andrea Czesienski, henschel Schauspiel, Wolfgang Rindfleisch und Gundula Weimann
 
Agentur MIR   Waldemarstraße 39 - Remise, 10999 Berlin
 
     

     
 
29.09.2009
 
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Walsdorf
David Foster Wallace - Kurze Interviews mitt fiesen Männern
 
Regie: Martin Ortega
 

An diesem ca. eineinhalbstündigen Abend lesen die drei Schauspieler David Hannak, Robert Frank und Florian A. Felder Stories aus dem 2002 erschienenen, glänzenden Band "Kurze Interviews mit fiesen Männern" von David Foster Wallace.

Dieser Band erschien in den Vereinigten Staaten nach der Veröffentlichung des nun in der deutschen Übersetzung erschienen Titels "Unendlicher Spaß", der derzeit in allen Feuilletons der Bundesrepublik große Beachtung findet.

In den kurzen Interviews führen in kurzen bis mittellangen Stories Menschen das Wort, die uns in einer Art Innenschau an ihrem Denken teilnehmen lassen. Mit Konsequenz führen diese Geschichten für uns alltägliche Erfahrungen und Gedanken in ihrer Skurrilität und Absonderlichkeit vor, die uns durch die tägliche Begegnung mit ihnen kaum noch zu Bewusstsein kommt und die uns mit großem Humor nahe gebracht werden.

Wallace Meisterschaft seinen Figuren bis in die größten Zuspitzungen und Verästelungen des modernen, mediengeschulten Denkens zu führen, wird von den Schauspielern durch eine beiläufige, beinahe lakonische Präsentation unterstrichen.

Ergänzt durch das freundliche und leicht melancholische elektrische Gitarrenspiel des Komponisten und Gitarristen Cri de Manque bietet dieser Abend die Gelegenheit das vielbeschworene Genie des David Foster Wallace und seine Arbeit anhand der kurzen Interviews mit fiesen Männern kennenzulernen, ohne sich erst durch die 1600 Seiten des "Unendlicher Spaß" arbeiten zu müssen und oder einfach die Meisterschaft dieses Autoren in der kurzen Form kennen zu lernen.

 
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25.08.2009
 
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Walsdorf
BRENNT PARIS ? oder sie lebt noch, die Commune !
 
Szenische Lesung mit Texten von Émile Verhaeren (1855 - 1916) und Eugène Edine Pottier (1816 - 1887, Mitglied der PARISER COMMUNE und Verfasser der INTERNATIONALE)
 
Buch und Regie: Daniel August Mai
DarstellerInnen: Daniel August Mai, Meryem Yaver, Alfrun Asseng und Daniela Zähl
Musik: Ennio Morricone
 
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30.06.2009
 
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Walsdorf
La La La
 
Regie: Hilde Haberland
DarstellerInnen: Mailes Morling, Daniel August Mai, Markus Riexinger, Claudia Haberland, Peer Siebert, Meyrem Yaver, Chris Wilpert
   
  Walsdorf
 
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26.05.2009
 
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Walsdorf
CET ENFANT von Joël Pommerat
 

Joël Pommerat ist sowohl Autor als auch Regisseur seiner eigenen Stücke. Mit seiner Compagnie "Louis Brouillard", mit der er seine bisher 17 Stücke an renommierten Bühnen in ganz Frankreich aufführte, gehört er zurzeit zu den gefragtesten Theaterkünstlern in Frankreich. "Dieses Kind" wurde als Hörspiel für den Saarländischen Rundfunk produziert und gehörte "zu den 10 besten Hörspielen 2007".

Joël Pommerat lotet in seinem Stück "Dieses Kind / Cet Enfant " die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in zehn beeindruckenden Szenen aus, in die zahlreiche reale Gespräche Pommerats mit Bewohnern einer Cité (Plattenbausiedlung) eingeflossen sind. Die Kinder in seinem Stück haben keine Namen, aber dafür manchmal selbst schon Kinder: die junge Alleinerziehende, die ihren Säugling fast fremden Nachbarn schenken will; das 10jährige Scheidungskind, das seinen Vater plötzlich siezt. Ein facettenreiches, überraschendes Mosaik aus kurzen, abwechslungsreichen Szenen, deren Dreh- und Angelpunkt die Beziehung zwischen Eltern und Kind ist.

 
Regie: Arno Kleinofen
DarstellerInnen: Jan-Geerd Buss, Hilde Haberland, Tobias Hübsch, Meryem Yaver, Daniel August Mai, Caroline Schneider und Daniela Zähl
Musik: Malys Im
 
Agentur MIR   Waldemarstraße 39 - Remise, 10999 Berlin
 
     
     

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